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First Responder

Seit dem 01.05.2008, nach Übertrag dieser Aufgabe durch den Rat der Stadt Neuenrade an die Feuerwehr (Sitzung vom 09.10.2007), steht die Feuerwehr Neuenrade mit einem besonderen, freiwilligem Service für die Bürger der Stadt Neuenrade zur Verfügung: First Responder

First Responder bedeutet frei übersetzt: "Erste fachliche Hilfe/Reaktion auf einen Notruf" und ist in der Rettungskette zwischen dem Notruf und dem Rettungsdienst anzusiedeln.

Im Falle eines Notfalls/Unfalls im Stadtgebiet von Neuenrade werden die nächstgelegenen Rettungsdienste der Rettungswachen Werdohl und Balve zum Einsatzort entsendet. Durch die räumliche Entferung nach Neuenrade dauert deren Anfahrt einige Minuten, Minuten, die für den Notfallpatienten wichtig und entscheidend sein können. Um diesen sogenannten therapiefreien Zeitraum sinnvoll zu überbrücken, werden die First Responder alarmiert.

Dieses Sytem ersetzt nicht ein vorhandenes Rettungsdienst- oder Notarztsystem, sondern ist lediglich als sinnvolle Ergänzung, vor allem in ländlich gelegenen Gebieten, anzusehen

Vom 01.05.2008 bis Mitte März 2010 waren die FR nur nachts und am Wochenende im Einsatz, seit Mitte März 2010 24h am Tag.

Was machen die First Responder?

Die First Responder können bereits vor Eintreffen des Rettungsdienstes lebensrettende Maßnahmen wie die Beatmung bei einem Atemstillstand, die Herz-Lungen-Wiederbelebung bei Herz-Kreislauf-Stillstand, das Stillen starker Blutungen oder auch die Absicherung einer Unfallstelle einleiten und eine qualifizierte, für die Kreisleitstelle wichtige Rückmeldung geben.

Wie sind die First Responder ausgebildet?
Ca. 8 Kameraden der Feuerwehr Neuenrade sind hauptberuflich bei Berufsfeuerwehren tätig und dadurch bereits ausgebildete, erfahrenen Rettungsassistenen. Auch medizinische Berufe wie OP-Pfleger sind unter den First Respondern zu finden. Weiterhin haben sich einige Kameraden in einer 80 Stunden umfassenden, notarzt-begleitenden Ausbildung zum First-Responder ausbilden lassen.
Wie und wann werden die First Responder alarmiert?

Die First Responder werden nicht zu jedem Notfall im Stadtgebiet von Neuenrade alarmiert, sondern nur zu denen, wo der Leitstellendisponent aufgrund der Notfallmeldung entscheidet, das hier sofortige Hilfe notwendig ist und die First Responder durch ihren Zeitvorteil enscheidend zur Rettung beitragen können. Lediglich bei Verkehrsunfällen erfolgt die Alarmierung immer.

Die Alarmierung selbst erfolgt über die Kreisleitstelle in Lüdenscheid, die First Responder stehen dafür 24 Stunden am Tag zur Verfügung.

Wo sind die First Responder stationiert?

Die Feuerwehr Neuenrade hat 2 entsprechende Einheiten aufgestellt. Zuständig für das Kernstadtgebiet Neuenrade und den Ortsteil Küntrop ist die Einheit des Löschzug Stadtmitte, zuständig für die Ortsteile Affeln, Altenaffeln und Blintrop ist die Einheit der Löschgruppe Affeln.

Die alarmierten Kräfte fahren mit einem Einsatzfahrzeug der Feuerwehr zur Einsatzstelle, in den meisten Fällen mit einem Transporter (VW Bulli oder MB Sprinter), manchmal aber auch mit einem Löschfahrzeug.

Was kostet ein First Responder Einsatz?
Nichts. Der Einsatz der First Responder ist kostenlos, sowohl für den Notfallbetroffenen als auch für die Krankenkasse. Alle anfallenden Kosten trägt die Stadt Neuenrade
Ist der Einsatz der First Responder ehrenamtlich?
Die ins First Responder System eingebundenen Helfer führen diese Aufgabe ehrenamtlich als freiwillige Feuerwehranghörige durch.
Welche Ausstattung führen die Helfer mit?

Die Helfer führen in Ihrer umfangreich bestückten Notfalltasche z.B. Sauerstoff, Beatmungsbeutel, Blutdruckmessgerät, Blutzuckermessgerät, Verbandmaterial etc. mit.

Eines der wichtigsten Geräte ist der Automatisch Externe Defibrillator, kurz AED genannt. Mit diesem Gerät lässt sich ein Herzkammerflimmern, welches einem Herzstillstand gleich kommt, therapieren. Siehe dazu unten die Info "Defibrillation".

Defibrillation

In 85 Prozent aller plötzlichen Herztode liegt anfangs ein sogenanntes Kammerflimmern vor. Ein Defibrillator kann diese elektrisch kreisende Erregung im Herzen durch gleichzeitige Stimulation von mindestens 70 Prozent aller Herzmuskelzellen unterbrechen. Dabei wird eine große Anzahl von Zellen gleichzeitig depolarisiert, was zur Folge hat, dass diese Zellen eine relativ lange Zeit (etwa 250 ms = Refraktärzeit der Zellen) nicht mehr erregbar sind. Der kreisenden Welle wird quasi der Weg abgeschnitten und das Herz befindet sich wieder in einem Zustand, in dem das natürliche Erregungsleitungssystem die Stimulation des Herzens wieder übernehmen kann. Entscheidend bei der Defibrillation ist der frühestmögliche Einsatz, da die durch das Kammerflimmern hervorgerufene Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff (Gehirnischämie) binnen kurzer Zeit zu massiven neurologischen Defiziten führen kann. Aus diesem Grund werden auch im öffentlichen Raum immer mehr automatisierte externe Defibrillatoren (AED) platziert. Der erfolgreiche Einsatz eines AED steht und fällt mit der richtigen Durchführung der Herz-Lungen-Wiederbelebung. Der AED ist nur eine Ergänzung, kein Ersatz. Jedoch ist zu ergänzen, dass bei einem Kammerflimmern pro Minute die Überlebenschance des Patienten um 10% sinkt. Daher muss und sollte der Einsatz eines Laiendefibrillators so früh wie möglich stattfinden.

Quelle: Wikipedia

 



 
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