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STADTGEFLÜSTER
Neues Feuerwehrhaus in Küntrop:
Wir halten Wort!
Manchmal muss man einen kleinen Blick zurückwerfen, um Gegenwärtiges richtig zu verstehen.
Wir schreiben das Jahr 1968. Die Stadt Neuenrade ist gerade von den hoch weisen Politikern in Düsseldorf beraubt worden um die amtsangehörige Gemeinde Dahle. Diese soll der Stadt Altena zugeschlagen werden, um sie „zu sanieren“. (Zitat). Die Selbstständigkeit unserer damals 613 Jahre alten Stadt ist extrem gefährdet! In dieser schwierigen Situation gelingt es den damaligen Bürgermeistern von Neuenrade (Hans Schmerbeck) und Küntrop (Wilhelm Fuderholz) den Weg zu bereiten für einen freiwilligen Gebietsänderungsvertrag als Grundlage für einen Zusammenschluss von Neuenrade und Küntrop zum 01.01.1969. Durch entsprechende Ratsbeschlüsse am 08.04.1968 durch den Rat der Gemeinde Küntrop und am 09.04.1968 durch den Rat der Stadt Neuenrade zum 01.01.1969 wird die Selbstständigkeit der Stadt zunächst gesichert. Allein das sollten wir Neuenrader den Küntropern nicht vergessen. Mehr noch: Wir sind zu Dank verpflichtet. Ich bin zutiefst überzeugt, dass ohne diesen ersten Schritt der spätere ebenso wichtige Zusammenschluss mit Affeln, Altenaffeln und Blintrop nicht möglich gewesen wäre.
Nun schlagen wir den Gebietsänderungsvertrag einfach mal auf und lesen, was die damaligen Räte sich versprochen haben. Auch 40 Jahre später sollten wir uns den Vereinbarungen verpflichtet fühlen und das erhalten, was eben möglich ist.
In § 11 ist zu lesen: „Die Löschgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Küntrop soll weiterhin als selbstständige Löschgruppe der Stadt Neuenrade erhalten bleiben“.
Aber: Dazu braucht sie ein ordentliches Feuerwehrhaus!
Zunächst war geplant, am jetzigen Standort anzubauen und das alte Gemäuer angemessen zu renovieren. Ein extrem teures Unterfangen wie jeder weiß, der so etwas privat schon mal gemacht. Außerdem ist und bleibt die Ein- und Ausfahrt für große Fahrzeuge ein richtiges Problem - und bei Tageseinsätzen wegen des Kindergartens in unmittelbarer Nachbarschaft auch ein Sicherheitsproblem! Zur Not hätten wir es gemacht! Aber manchmal gibt es auch glückliche Umstände!
Ein Dank an Hubert Fröndt, der im Zusammenhang mit seiner Betriebsaufgabe das Grundstück für diesen Zweck zu einem sehr fairen Preis zur Verfügung gestellt hat. Und als erkennbar wurde, dass es nach einer Grundgesetzänderung möglich wurde, die Finanzierung dieses Objektes zusammen mit der Eigenleistung der Feuerwehrleute ganz überwiegend aus Konjunkturfördermittel zu ermöglichen, wäre es politisch falsch und wirtschaftlich unsinnig gewesen, diese Chance nicht zu nutzen!
Aber: Die Sache hat noch einen ganz anderen Aspekt. Ich glaube, dass die Löschgruppe Küntrop, also die „Küntroper Feuerwehr“ eine sehr wichtige Rolle spielt im gesellschaftlichen Leben dieses Ortes. Die Feuerwehr gehört einfach dazu. Mehr noch: Sie ist unverzichtbar. Wer das anders sieht, verkennt ihre Bedeutung in fast allen Bereichen des dörflichen Zusammenlebens. Und weil das so ist, ist der Erhalt der eigenständigen Löschgruppe und ihre zeitgemäße Unterbringung ein wichtiges politisches Signal an alle Küntroper! Wir wollen, dass die Eigenständigkeit des Dorflebens – soweit es eben geht – erhalten bleibt. Die Küntroper haben aus unterschiedlichen Gründen eigentlich schon viel zu viel Infrastruktureinrichtungen hergeben müssen. Wir wollen uns daran nicht beteiligen.
Klaus Peter Sasse
Bürgermeister
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